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Woche der psychischen Gesundheit

Woche der psychischen Gesundheit

Kumar Siddhant
11
minuten

Die psychische Gesundheit prägt, wie Menschen jeden Tag bei der Arbeit auftreten. Sie beeinflusst, wie sie mit Teamkollegen zusammenarbeiten, Herausforderungen meistern, sich gegenseitig unterstützen und langfristig engagiert bleiben. Dennoch kämpfen viele Mitarbeiter weiterhin im Stillen, was es für Führungskräfte und Kollegen schwierig macht, zu erkennen, wann jemand Unterstützung benötigt.

Deshalb ist die Woche der psychischen Gesundheit zu einem wichtigen Zeitpunkt für Unternehmen geworden. Das diesjährige NAMI-Thema, das vom 5. bis 11. Oktober 2026 begangen wird, lautet: "Gemeinschaft aufbauen: Gemeinsam das psychische Wohlbefinden stärken", und ermutigt Organisationen dazu, Umgebungen zu schaffen, in denen Gespräche über psychische Gesundheit normal sind, Unterstützung leicht zugänglich ist und Mitarbeiter wissen, dass sie nicht allein sind.

Für CSR-, Personal- und People-Teams ist diese Woche eine Gelegenheit, aus Bewusstsein Taten folgen zu lassen. Ob durch Schulungen für Führungskräfte, von Mitarbeitern geleitete Gespräche, ehrenamtliche Möglichkeiten bei gemeinnützigen Organisationen im Bereich psychische Gesundheit oder betriebliche Kampagnen zum Abbau von Stigmatisierung – Unternehmen können diese Woche nutzen, um sowohl das Wohlbefinden der Mitarbeiter als auch den gesellschaftlichen Einfluss zu stärken. Dieser Leitfaden erläutert, warum die Woche der psychischen Gesundheit wichtig ist, wie führende Unternehmen sie begehen und welche praktischen Ideen Ihr Team diesen Oktober umsetzen kann.

Was ist die Woche der psychischen Gesundheit?

Die Woche der psychischen Gesundheit geht auf das Jahr 1984 zurück, als die National Alliance on Mental Illness (NAMI) begann, sie als Basisinitiative zur Aufklärung der Öffentlichkeit und zum Abbau von Stigmatisierung zu nutzen. Nach anhaltender Lobbyarbeit durch NAMI erkannte der Kongress 1990 die erste volle Oktoberwoche offiziell als Woche der psychischen Gesundheit an, und die Veranstaltung findet seitdem jedes Jahr statt. Der Welttag der psychischen Gesundheit, der weltweit von der World Federation for Mental Health koordiniert wird, fällt auf den 10. Oktober und liegt innerhalb dieser Woche, was der Veranstaltung sowohl eine nationale als auch eine internationale Dimension verleiht.

Entdecken Sie Aktivitäten zur Förderung der psychischen Gesundheit für Teams:

Mental Health Awareness month activities.

Das Thema 2026 lautet "Gemeinschaft aufbauen: Gemeinsam das psychische Wohlbefinden stärken"

NAMI hat das diesjährige Thema wie folgt festgelegt: Gemeinschaft aufbauen: Gemeinsam das psychische Wohlbefinden stärken, was die Rolle von bedeutsamen Verbindungen, Basisarbeit und lokalem Engagement bei der landesweiten Stärkung der psychischen Gesundheitsversorgung unterstreicht. Für Arbeitgeber lässt sich dieses Thema direkt in einen betrieblichen Auftrag übersetzen. Gemeinschaft und Verbundenheit sind Aspekte, die eine Unternehmenskultur aktiv fördern kann, was dieses Motto für CSR-Teams handlungsorientierter macht als ein rein klinisches oder auf reines Bewusstsein ausgerichtetes Thema.

Das Ausmaß psychischer Erkrankungen in der amerikanischen Arbeitswelt

Mehr als jeder fünfte Erwachsene in den USA leidet jedes Jahr an einer psychischen Erkrankung, und etwa jeder Zwanzigste leidet an einer schweren psychischen Erkrankung, die die tägliche Funktionsfähigkeit erheblich einschränkt, so die Daten von NAMI zur psychischen Gesundheit, die aus Quellen von SAMHSA, CDC und NIMH zusammengestellt wurden. Da die meisten dieser Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass psychische Erkrankungen in jedem Unternehmen präsent sind, unabhängig davon, ob sie jemals in einem persönlichen Gespräch thematisiert wurden. Allein dieses Ausmaß ist Grund genug, die Woche der psychischen Gesundheit mit demselben Stellenwert wie jede andere wichtige Gesundheitskampagne im CSR-Kalender zu führen.

Die Lücke bei der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz im Jahr 2026

Das Bewusstsein ist zwar deutlich gewachsen, doch klafft nach wie vor eine Lücke zwischen dem, was sich Mitarbeiter wünschen, und dem, was die meisten Unternehmen tatsächlich anbieten.

Die Ergebnisse der NAMI-Ipsos-Umfrage 2026

Die dritte jährliche NAMI-Ipsos-Umfrage zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz, die im Januar und Februar 2026 unter 2.153 Vollzeitbeschäftigten in Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern durchgeführt wurde, ergab, dass nur 54 Prozent der Beschäftigten der Meinung sind, ihr Unternehmen priorisiere ihre psychische Gesundheit. 

Auch das berichtete Stresslevel steigt: Der Anteil der Mitarbeiter, die sich sehr gestresst fühlen, nahm von 19 Prozent im Jahr 2024 auf 30 Prozent im Jahr 2026 zu, und 53 Prozent gaben an, sich im vergangenen Jahr aufgrund ihrer Arbeit ausgebrannt gefühlt zu haben. 

Jeder vierte Mitarbeiter (26 Prozent) gab an, aufgrund der Auswirkungen der Arbeit auf die psychische Gesundheit bereits über eine Kündigung nachgedacht zu haben. 

„Wir beobachten einen wachsenden Trend zu mehr Stress bei amerikanischen Arbeitnehmern, sehen aber auch, wie die richtigen Unterstützungsangebote für die psychische Gesundheit einen Unterschied machen können.“ – Daniel H. Gillison Jr., CEO von NAMI

Der Bedarf an Schulungen lässt sich besonders deutlich an den Zahlen ablesen. 

Zwischen 79 und 81 Prozent der Befragten gaben an, dass Schulungen zu psychischen Erkrankungen, Krisenintervention sowie Stress- oder Burnout-Management hilfreich wären. Dennoch gab weniger als jeder Dritte an, tatsächlich eine entsprechende Schulung am Arbeitsplatz erhalten zu haben. Diese Lücke ist entscheidend, denn Schulungen zeigen Wirkung. 

Mitarbeiter in Unternehmen, die solche Schulungen anbieten, fühlten sich von ihrem Vorgesetzten besser unterstützt, 86 Prozent im Vergleich zu 70 Prozent bei denjenigen ohne Schulung, und fühlten sich insgesamt stärker von der Führungsebene unterstützt (58 Prozent gegenüber 43 Prozent).

Das Stigmaproblem ist eigentlich ein Problem der Programmgestaltung

Stigmatisierung ist nach wie vor das größte Hindernis zwischen den Mitarbeitern und der Unterstützung, die sie sich wünschen. Nur 61 Prozent der Mitarbeiter fühlen sich wohl dabei, am Arbeitsplatz über psychische Gesundheit zu sprechen – ein deutlich geringeres Maß an Offenheit als bei Gesprächen über Herkunft und Ethnizität (87 Prozent), Geschlechtsidentität (85 Prozent) oder körperliche Gesundheit (75 Prozent), basierend auf derselben Umfrage von 2026. Fast die Hälfte der Mitarbeiter (48 Prozent) befürchtet, verurteilt zu werden, wenn sie Kollegen von psychischen Problemen berichtet, und ein Drittel hat das Gefühl, dies könnte sie schwach erscheinen lassen. 

Dieses Muster deutet darauf hin, dass Stigmatisierung weniger eine Frage der individuellen Einstellung ist, sondern vielmehr eine Frage der Programmgestaltung, da Mitarbeiter bei anderen sensiblen Identitätsthemen bereits in ähnlichem oder höherem Maße offen kommunizieren.

Die Gerechtigkeitsdimension, die Unternehmen angehen müssen

Bestimmte Mitarbeitergruppen tragen eine unverhältnismäßig große Last. Laut der NAMI-Ipsos-Umfrage von 2026 berichten Mitarbeiter der sogenannten Sandwich-Generation, die sich gleichzeitig um alternde Angehörige und Kinder kümmern, zu 61 Prozent von Burnout – im Vergleich zu 49 Prozent bei Mitarbeitern ohne Pflegeverantwortung. 37 Prozent geben an, aufgrund der psychischen Belastung durch ihren Job bereits über eine Kündigung nachgedacht zu haben. 

Eine frühere Welle derselben Untersuchung, veröffentlicht von Ipsos im Februar 2025, kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Frauen, pflegende Angehörige und LGBTQ+-Mitarbeiter sind besonders burnoutgefährdet. Wenn Programme zur Woche der psychischen Gesundheit gezielt auf diese Gruppen zugeschnitten werden, statt auf einen Durchschnittsmitarbeiter zu setzen, der so vielleicht gar nicht existiert, führt dies meist zu einer deutlich höheren und relevanteren Beteiligung.

Ideen für Online-Freiwilligenarbeit zur Förderung der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz: 

Online Volunteering Ideas for Mental Health Awareness at Workplace

Wie Unternehmen im Oktober 2026 wirksame Maßnahmen ergreifen können

Die wichtigere Frage für CSR-Teams ist, was diese Daten für ihre Planung im Oktober bedeuten.

Führungskräftetraining als Investition mit dem höchsten ROI

Da geschulte Mitarbeiter ein deutlich höheres Vertrauen in ihre Vorgesetzten und die Unternehmensführung haben, ist das Training von Führungskräften eine der klarsten und am besten begründbaren Investitionen, die ein Unternehmen während der Woche der psychischen Gesundheit tätigen kann. 

Ein kurzes, gut moderiertes Training für Führungskräfte – idealerweise live statt als Selbstlernmodul – gibt Managern die nötige Sprache und Sicherheit für Gespräche, die sie derzeit oft aus Unsicherheit und nicht aus Gleichgültigkeit vermeiden.

Aufbau einer stigmatisierungsfreien Unternehmenskultur

Die eigene StigmaFree Workplace -Initiative von NAMI bietet einen fertigen Rahmen, einschließlich einer Selbstverpflichtung, eines Toolkits und jährlicher Benchmarking-Umfragen, den Unternehmen übernehmen können, anstatt alles von Grund auf neu zu entwickeln. 

Die Verankerung der Aktivitäten zur Woche der psychischen Gesundheit in einem solchen etablierten Rahmen verleiht der Kampagne sofortige Glaubwürdigkeit und eine klare Messstruktur für das Folgejahr. Zudem signalisiert es den Mitarbeitern, dass das Engagement des Unternehmens über die Aktionswoche hinausgeht.

Kompetenzbasierte Freiwilligenarbeit für psychische Gesundheitsorganisationen

Kompetenzbasierte Freiwilligenarbeit bietet Mitarbeitern eine konkrete und sichtbare Möglichkeit, das Thema über interne Informationsangebote hinaus zu unterstützen. Kommunikationsprofis können gemeinnützigen Organisationen helfen, ihre Öffentlichkeitsarbeit zu schärfen, Datenteams können lokale NAMI-Partner bei der Berichterstattung für Fördermittel unterstützen, und HR-Experten können Bewerbungs- und Interviewcoachings für Menschen anbieten, die nach einer psychisch bedingten Auszeit wieder in den Beruf zurückkehren. 

Skills-based volunteering for mental health NPOs

Kompetenzbasierte Freiwilligenarbeit für NPOs im Bereich psychische Gesundheit

1. Lokalisierung von digitalen Inhalten und Ressourcen

  • Zielgruppe: Marketing, Copywriting und Design.
  • Das Projekt: Freiwillige prüfen und aktualisieren öffentlich zugängliche Lehrmaterialien oder Ressourcenverzeichnisse für lokale psychologische Beratungsstellen. Sie können Infografiken für Krisen-Hotlines in verschiedene Sprachen übersetzen oder komplexe Broschüren in leicht verständliche, barrierefreie digitale Formate für Gemeindezentren umwandeln.

2. Optimierung operativer Daten für die Fördermittel-Compliance

  • Zielgruppe: Datenanalyse, IT und Finanzen.
  • Das Projekt: Mitarbeiter unterstützen lokale psychologische Hilfsorganisationen dabei, anonymisierte Spenderlisten zu bereinigen, automatisierte Dashboards zur Erfassung von Freiwilligenstunden einzurichten oder Datenstrukturen zu optimieren, damit die gemeinnützige Organisation die strengen Berichtsanforderungen für staatliche und bundesweite Fördermittel erfüllen kann.

3. Workshops und Mentoring für den beruflichen Wiedereinstieg

  • Zielgruppe: Personalwesen, Recruiting und Talententwicklung.
  • Das Projekt: Freiwillige arbeiten mit gemeinnützigen Organisationen für berufliche Rehabilitation zusammen, um virtuelle Lebenslauf-Checks, Workshops zur Optimierung von LinkedIn-Profilen und Probetrainings für Vorstellungsgespräche anzubieten, die speziell auf Personen zugeschnitten sind, die nach einer psychisch bedingten Auszeit oder einem Sabbatical wieder in den Beruf einsteigen.

4. Technische Infrastruktur und Barrierefreiheits-Audits

  • Zielgruppe: Softwareentwicklung, IT-Support und UI/UX-Design.
  • Das Projekt: Ein strukturierter Hackathon mit dem Ziel, die digitalen Plattformen regionaler psychologischer Beratungsstellen zu prüfen. Die Teams konzentrieren sich darauf, die Ladegeschwindigkeit von Websites zu verbessern, Standards für Screenreader-Barrierefreiheit umzusetzen und Online-Formulare für die Aufnahme oder Terminvereinbarung zu optimieren.

5. Coaching für Unternehmenspräsentationen und Storytelling

  • Zielgruppe: Vertrieb, Unternehmensentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit.
  • Das Projekt: Mitarbeiter leiten interaktive Schulungen für Leiter gemeinnütziger Organisationen im Bereich psychische Gesundheit. Dabei geht es darum, überzeugende Pitch-Decks zu erstellen, Wertversprechen für Unternehmenssponsoren zu schärfen und wirkungsvolle Präsentationen zu halten, um langfristige B2B-Finanzierungen zu sichern.

6. Überprüfung von Ressourcenverzeichnissen für psychische Gesundheit

  • Zielgruppe: Recht, Compliance und Betriebsabläufe.
  • Das Projekt: Freiwillige unterstützen kleine Interessenvertretungen bei der Prüfung und Verifizierung ihrer lokalen Ressourcenverzeichnisse. Sie stellen sicher, dass externe Kontaktnummern, Notunterkünfte und Angaben zu kostengünstigen psychiatrischen Kliniken korrekt, aktuell und datenschutzkonform sind.

Krisenunterstützungsorganisationen, darunter die Crisis Text Line und lokale 988-Partnerzentren, bieten regelmäßig Schichten für geschulte Freiwillige an. Dies kann ein sinnvolles, langfristiges Engagement für Mitarbeiter sein, die mehr als nur einen einzelnen Tag aktiv werden möchten.

LESEN SIE DAZU AUCH: Ideen zur Gestaltung des Mental Health Awareness Month am Arbeitsplatz

Von ERGs geleitete Programme zur psychischen Gesundheit

Mitarbeiter-Ressourcengruppen (ERGs) sind oft die glaubwürdigsten Vermittler für Programme zur psychischen Gesundheit, da die Inhalte von Kollegen mit eigener Erfahrung stammen und nicht allein von der Personalabteilung kommen. Die Mental Health Diplomats von Johnson & Johnson, auf die wir weiter unten näher eingehen, sind fast vollständig nach diesem Modell gewachsen. Sie begannen innerhalb einer bestehenden ERG für Behinderung und Inklusion und nicht als Top-down-Initiative der Personalabteilung. 

Wenn man einer bestehenden ERG während der Woche der psychischen Gesundheit ein Budget, einen Führungskräfte-Sponsor und einen direkten Draht zum CSR-Team zur Verfügung stellt, führt dies meist zu authentischeren Programmen als eine rein zentral geplante Kampagne.

Entdecken Sie unsere weiteren Aktivitäten für ERGs am Arbeitsplatz: 

Workplace Activities for ERG

Verknüpfung der Woche der psychischen Gesundheit mit Ihrer ESG- und CSR-Strategie

Ein starkes Programm bietet zudem die Möglichkeit, das Thema psychische Gesundheit als festen Bestandteil in der breiteren Nachhaltigkeitsberichterstattung eines Unternehmens zu verankern.

SDG-Ausrichtung für Programme zur psychischen Gesundheit

Programme zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz lassen sich direkt auf das Ziel 3 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, „Gesundheit und Wohlergehen“, zurückführen, das die Förderung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens ausdrücklich als eines seiner Ziele nennt. 

Wenn Ergebnisse der Mental Illness Awareness Week, Abschlussquoten von Schulungen, das Wachstum von ERGs und ehrenamtliche Stunden in diesen Kontext gestellt werden, können CSR-Teams die Aktivitäten in bestehende Nachhaltigkeitsberichte integrieren, anstatt sie jedes Jahr als isolierte Einzelmaßnahme zu behandeln.

Das ROI-Argument für Investitionen in die psychische Gesundheit

Die wirtschaftliche Begründung ist sowohl auf globaler als auch auf nationaler Ebene gut belegt. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass Depressionen und Angstzustände die Weltwirtschaft jährlich rund 1 Billion US-Dollar an Produktivitätsverlusten kosten. In den Vereinigten Staaten verursachen schwere psychische Erkrankungen laut den von NAMI aus Daten von SAMHSA und anderen Bundesbehörden zusammengestellten Informationen geschätzte 193,2 Milliarden US-Dollar an Einkommensverlusten pro Jahr. 

Unternehmen, die Maßstäbe setzen

Einige wenige Organisationen bieten nützliche und gut dokumentierte Referenzpunkte dafür, wie nachhaltige Programme zur psychischen Gesundheit in der Praxis aussehen können.

Das Mental Health Ambassador Program von Johnson & Johnson

Johnson&Johnson employees breaking barriers to good mental health.

Mitarbeiter von Johnson & Johnson brechen Barrieren für eine gute psychische Gesundheit. Bild via Johnson & Johnson

Die Arbeit von Johnson & Johnson im Bereich der psychischen Gesundheit geht auf Craig Kramerzurück, den Global Mental Health Ambassador des Unternehmens. Sein TEDxJNJ-Vortrag aus dem Jahr 2017 über die Erfahrungen seiner eigenen Familie mit psychischen Erkrankungen führte direkt zur Gründung der Mental Health Diplomats, einer Mitarbeitergruppe, die im selben Jahr von Kramer und seiner Kollegin Geralyn Giorgio ins Leben gerufen wurde. 

Was mit weniger als 100 Mitarbeitern begann, ist zu einer globalen Gemeinschaft von fast 3.000 Mitgliedern in rund 80 Ländern herangewachsen, die jedes Jahr zum Welttag der psychischen Gesundheit Programme zu Themen wie Depressionen, Angstzustände, Sucht, Pflege und verwandten Bereichen durchführt. 

In einem öffentlichen Rückblick auf seine sechsjährige Amtszeit als Mental Health Ambassador bei J&J reflektierte Kramer den tiefgreifenden kulturellen Wandel, den die Initiative bewirkt hat, und erinnerte daran, dass selbst Führungskräfte offen über ihre persönlichen Familiengeschichten sprachen, sobald ihnen ein unterstützender Rahmen geboten wurde. 

Dieser Weg zeigt, dass die tiefe Verankerung dieser Initiativen in der Unternehmenskultur – statt sie als saisonale HR-Übung zu betrachten – der Goldstandard für die langfristige Gesundheit einer Organisation bleibt.

Entdecken Sie gemeinnützige Organisationen für psychische Gesundheit, die Sie 2026 unterstützen können:

Mental Health Nonprofit Organizations to Support in 2026

Das Corporate-Partnership-Modell von Lyra Health

Lyra Workforce Mental Health Team.

Lyra Workforce Mental Health Team. Bild via Lyra Health.

Lyra Health verfolgt einen anderen Ansatz und bietet betriebliche Leistungen zur psychischen Gesundheit direkt über Arbeitgeberverträge an, anstatt über interne ERG-Programme. Das Unternehmen wurde im März 2026 zum bevorzugten Partner für psychische Gesundheit innerhalb des Workday Wellness-Ökosystems ernannt, eine Auszeichnung, die es Workday-Kunden ermöglicht, die Therapie-, Coaching- und Manager-Schulungsangebote von Lyra direkt in ihre bestehende Infrastruktur für Sozialleistungen zu integrieren. 

Sean McBride, Präsident von Lyra Health Workforce Mental Health, erklärte, die Partnerschaft sei ein Schritt zur Erfüllung unserer Mission, den Zugang zu lebensverändernder psychischer Gesundheitsversorgung zu transformieren und die klinischen Ergebnisse zu liefern, die den Lyra-Standard definieren. Unabhängige, vom Unternehmen zitierte Studien haben dessen Versorgungsmodell mit einer 26-prozentigen Senkung der gesamten Gesundheitskosten bei den Teilnehmern in Verbindung gebracht, was Benefits- und CSR-Teams eine gemeinsame, quantifizierbare Kennzahl an die Hand gibt.

Das Partnerschaftsmodell von BetterHelp und der AFSP

BetterHelp offering better well-being

BetterHelp bietet mehr Wohlbefinden. Bild via BetterHelp.

BetterHelp und die American Foundation for Suicide Prevention stehen für zwei unterschiedliche, sich ergänzende Partnerschaftsmodelle, auf die Unternehmen bei der Planung der Woche für psychische Gesundheit zurückgreifen können. 

BetterHelp hat sich eine eigene Erfolgsbilanz bei zweckgebundenen Partnerschaften aufgebaut, darunter eine fortlaufende Zusammenarbeit mit Sandy Hook Promise das kostenlose Therapie für Überlebende von Waffengewalt und deren Familien anbietet. Dies verdeutlicht, wie eine Teletherapie-Plattform den Zugang für spezifische, gefährdete Bevölkerungsgruppen erweitern kann, anstatt nur als allgemeiner Mitarbeiterbenefit zu dienen. 

AFSPbetreibt zudem ein formelles Unternehmenspartnerprogramm mit namhaften Partnern wie J.B. Hunt sowie eine gemeinsam mit Bechtel gegründete Initiative namens „Hard Hat Courage“. Diese erreichte bis Anfang 2026 mehr als 188.000 Fachkräfte aus der Baubranche mit Schulungen zur Suizidprävention. 

Unternehmen, die Partnerschaften für die „Mental Illness Awareness Week“ in Betracht ziehen, können sich an beiden Modellen orientieren: einer direkten Zusammenarbeit mit einem Leistungsanbieter oder einer Partnerschaft für Cause-Marketing und Aufklärung durch eine Organisation wie die AFSP – je nachdem, ob das unmittelbare Ziel die Erweiterung des Zugangs zur Versorgung oder der Aufbau von Bewusstsein und Präventionskompetenzen ist.

Auf den Punkt gebracht

Die „Mental Illness Awareness Week 2026“ fällt in eine Zeit, in der die Daten kaum Raum für eine rein symbolische Reaktion lassen: Über die Hälfte der Beschäftigten berichtet von Burnout, und eine hartnäckige, messbare Stigmatisierungslücke hindert Menschen weiterhin daran, die Unterstützung zu suchen, die sie sich wünschen. Die effektivste Antwort kombiniert Managertrainings, einen „StigmaFree“-Kulturrahmen, kompetenzbasiertes Ehrenamt und ERG-Führung – alles verknüpft mit Kennzahlen, die bereits fest in der ESG-Berichterstattung gemäß SDG 3 verankert sind. 

Unternehmen wie Johnson & Johnson, Lyra Health und Organisationen, die mit der AFSP zusammenarbeiten, zeigen jeweils unterschiedliche, gut dokumentierte Wege zum Aufbau einer solchen Kultur auf. Jedes dieser Beispiele bietet einen praktikablen Ausgangspunkt für CSR-Teams, die ihre Planung für Oktober bereits jetzt in Angriff nehmen.

Frequently Asked Questions

1. Wann findet die Mental Illness Awareness Week 2026 statt?

Die Mental Illness Awareness Week 2026 findet vom 5. bis zum 11. Oktober statt; der Welttag der psychischen Gesundheit fällt in dieselbe Woche, auf den 10. Oktober.

2. Was ist das Thema der Mental Illness Awareness Week 2026?

Das Thema von NAMI für 2026 lautet „Gemeinschaft aufbauen: Gemeinsam das psychische Wohlbefinden stärken“. Es unterstreicht die Bedeutung von zwischenmenschlichen Verbindungen, Basisarbeit und lokalem Engagement als Instrumente zur Verbesserung der psychischen Gesundheitsversorgung.

3. Was unterscheidet die Mental Illness Awareness Week vom Mental Health Awareness Month?

Die Mental Illness Awareness Week findet im Oktober statt und wurde von NAMI ins Leben gerufen sowie später vom Kongress anerkannt. Der Mental Health Awareness Month findet hingegen jeden Mai statt und wurde bereits 1949 unabhängig davon von Mental Health America gegründet.

4. Was können Unternehmen während der Woche für psychische Gesundheit tun?

Zu den effektiven Maßnahmen gehören Schulungen für Führungskräfte zum Erkennen und richtigen Umgang mit psychischen Problemen, die Einführung eines Rahmens wie das „StigmaFree Workplace“-Versprechen von NAMI sowie das Angebot von kompetenzbasiertem Ehrenamt bei gemeinnützigen Organisationen für psychische Gesundheit, sowie die Bereitstellung eines Budgets und die Unterstützung durch die Geschäftsführung für ERGs, um eigenständige Programme zu leiten.

5. Warum fühlen sich Mitarbeiter immer noch unwohl dabei, am Arbeitsplatz über psychische Gesundheit zu sprechen?

Laut der NAMI-Ipsos-Umfrage von 2026 bleibt Stigmatisierung das Haupthindernis: Fast die Hälfte der Mitarbeiter fürchtet, verurteilt zu werden, und ein Drittel sorgt sich, dass das Offenlegen psychischer Probleme als Schwäche ausgelegt werden könnte – obwohl die Mehrheit der Mitarbeiter Gespräche über psychische Gesundheit am Arbeitsplatz für angemessen hält.

6. Bringen Schulungen für Führungskräfte tatsächlich etwas?

Ja. Laut der NAMI-Ipsos-Umfrage zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz von 2026 fühlen sich Mitarbeiter in Unternehmen, die entsprechende Schulungen anbieten, sowohl von ihren Vorgesetzten als auch von der Unternehmensführung besser unterstützt als in Unternehmen ohne solche Angebote.

7. Wie hängt die Woche für psychische Gesundheit mit der ESG-Berichterstattung zusammen?

Programme zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz stehen in direktem Einklang mit dem UN-Nachhaltigkeitsziel 3 (Gesundheit und Wohlergehen). Dies ermöglicht es CSR-Teams, absolvierte Schulungen, das Wachstum von ERGs und ehrenamtliches Engagement als Teil ihrer bestehenden Nachhaltigkeitsberichte auszuweisen.

8. Was ist das wirtschaftliche Argument für Investitionen in die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz?

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass Depressionen und Angstzustände die Weltwirtschaft jährlich etwa 1 Billion US-Dollar an Produktivitätsverlusten kosten. Allein in den USA führen schwere psychische Erkrankungen zu geschätzten 193,2 Milliarden US-Dollar an Einkommensverlusten pro Jahr. Investitionen in die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz sind daher neben dem kulturellen Aspekt auch eine messbare finanzielle Priorität.

9. Wie können kleine oder mittelständische Unternehmen die Woche für psychische Gesundheit mit begrenztem Budget unterstützen?

Wirkungsvolle Programme erfordern kein Budget auf Konzernebene. Kleinere Teams können durch die Nutzung kostenloser Open-Source-Toolkits großer Organisationen wie NAMI oder der Dementia Society of America viel bewirken. Zudem können Teams strukturierte interne „Lunch & Learn“-Sitzungen veranstalten, die von Mitarbeitergruppen (ERGs) geleitet werden, oder virtuelle, kompetenzbasierte Ehrenamts-Hackathons organisieren, bei denen Remote-Mitarbeiter während ihrer Arbeitszeit digitale Ressourcen für lokale Wohltätigkeitsorganisationen optimieren.

10. Wie verhindern wir, dass unsere Programme zur psychischen Gesundheit rechtliche oder Compliance-Risiken für das Unternehmen bergen?

CSR- und Personalverantwortliche sorgen sich oft, dass tiefgreifende Gespräche über psychische Erkrankungen ethische Grenzen überschreiten oder Datenschutzprobleme verursachen könnten. Der Schlüssel liegt darin, Programme nach einer strikten „Zwei-Wege-Regel“ zu gestalten: Nutzen Sie interne Instrumente wie das StigmaFree-Versprechen von NAMI oder Mitarbeiterunterstützungsprogramme (EAPs) ausschließlich für die Sensibilisierung und zur Kommunikation von Unternehmensrichtlinien. 

Leiten Sie hingegen jegliche direkte persönliche Unterstützung, Kriseninterventionen oder klinische Beratung konsequent an Ihre externen, zertifizierten gemeinnützigen Partner weiter. Diese Trennung stellt sicher, dass Ihre Initiative eine sichere Unternehmenskultur aufbaut, ohne dass Führungskräfte oder freiwillige Helfer versehentlich in die Rolle unlizenzierter Berater gedrängt werden.

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